Kristenalm

Das Gleirschtal ist eines der einsameren Karwendeltäler, erst recht im Winter. Das Zugangstal zur Pfeishütte und zum Solsteinhaus mit dem MTB kurz vor Weihnachten beradeln – bei der derzeitigen Schneelage kein Problem. 

Eigentlich war der Große Solstein mit Schneeschuhen zum Sonnenuntergang geplant. Daher später Aufbruch vom Zug in Mittenwald um 11:22 Uhr. Durch den Riedboden nach Scharnitz traumhaft festgepresster Schnee, schön zu fahren. In Scharnitz Kaminwurzen und Vinschgerl gebunkert, dann ab in die Einsamkeit der Karwendeltäler. Alle Fahrwege schön eingespurt, hie und da leicht eisig. Die Isarbrücke Richtung Gleirschtal liegt einsam da, beeindruckende Eisskulpturen hinauf zur Amtssäge. Mit dem Rad bis auf ca. 1200 Meter gefahren, dann wurde es zu sulzig, Inversionswetterlage macht sich bemerkbar…

Breischnee

Nach einem Kilomter zu Fuß Umbau auf Schneeschuhe, an der Zirler Kristenalm schweren Herzens umgedreht (vorher ausgiebige Jause). Die Schneeverhältnisse haben nicht gepasst, viel zu weich und breiig, schnelles Spuren unmöglich! Zudem war es bereits 14 Uhr und es schwante mir, dass ich die 1200HM bis zum Gipfel bei dem Schnee nicht in 2h schaffen kann. Auch das Wetter hat mir nicht sonderlich gefallen. Leider keine Sonne mehr, die Vorboten des Tiefdrucks waren schon im Anmarsch.

Noch ein „Problem“: Im Gleirschtal, noch vor der Amtssäge, liegt eine der größten Wildfütterungen im Karwendel, der Fahrweg Richtung Pfeishütte führt mitten hindurch. Zahlreiche Spuren, Futterhäufen und „Hinterlassenschaften“ zeugten von regem Betrieb. Ich wäre gegen 20 bis 21 Uhr zurückgekommen und hatte Bammel, dass das dem ein- oder anderen Jäger nicht passen könnte. Zwei Böcke habe ich auf der Rückfahrt an der Fütterung aufgescheucht, später lag 20HM unterhalb des Fahrwegs Richtung Gleirschklamm ein großer verwesender Brustkorb (größer als Gams), an dem sich Krähen vergnügten. Reste eines Anfütterungs-Haufens waren zu erkennen, ein Schießstand vis a vis. Ein wenig Gedanken macht man sich da schon…

Wie dem auch sei: Karwendeleinsamkeit hoch fünf. Der Downhill war bei den Schneeverhältnissen eine Mordsgaudi!!

Autor: Arnold Zimprich

Läufer, Radfahrer, Bergsportler

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