32er durch den Münchner Speckgürtel

Bis man im Münchner Westen von Laim aus auf „freies Land“ trifft, ver(laufen)gehen mehr als 10 Kilometer. Dann aber folgt Renn-Gelände vom allerfeinsten!

Los geht’s fünf Minuten vor fünf Uhr früh. Ich suche mir einen Weg durchs Laimer Hinterland und lasse Agnes-Bernauer-Straße und die Landsberger Straße erst einmal rechts liegen. Ein Sprung über die blecherne Mittelabsperrung der Fürstenrieder Allee reißt mich endgültig aus den Träumen. Alles schläft – bis auf eine Läuferin, die mir an der Willibaldstraße begegnet. Guten Morgen!

Am Pasinger Krankenhaus schlage ich einen Haken nach rechts und laufe die Bodenseestraße nach Westen hinaus. Gebrauchtwagenhändler, Casinos, Tankstellen, Matratzengeschäfte, Würstlbuden. Vorstadtidylle. Zwischen Freiham und Germering kommt die noch wenig befahrene A99 quer.

Langsam machen sich erste helle Flecken am Himmel bemerkbar. Es dämmert. Kurz vor dem Ortsende von Germering folge ich der Alten Salzstraße und verlasse die breite Landsberger Straße. Die Germeringer Kirche läutet – es ist 6 Uhr. Schließlich löst sich die Zivilisation in vernebeltem Halbdunkel auf, das nur noch von vereinzelten Kies- und Asphaltbändern zerschnitten wird. Bis fast km15 laufe ich auf Teer, dann kommt rechts der Abzweig auf einen schönen Ziehweg, der in leichter Steigung direkt nach Westen auf Gilching zuführt. Eine kleine Teerstraße wird gequert, dann geht der Weg etwas kurviger in den Wald hinauf. Mit einem 608 Meter hohen „Paß“ ist der höchste Punkt der Strecke erreicht.

Ab in den Forst

Nach einem kleinen Haken nach links führt der Ziehweg angenehm bergab nach Gilching. Ich quere die Brucker Straße, renne den Steinlacher Weg entlang und folge dann der Rottenrieder Straße zum gleichnamigen Weiler. Nun, nach Vollendung der Halbmarathondistanz, kommt das Sahnestück der Strecke: der Forst vor Wildenroth/Grafrath. Zunächst geht es leicht bergauf durch schönsten Fichtenurwald, dann senkt sich der Weg hinab zum Bachsystem, das Richtung Amper entwässert. Die Idealroute durch den Wald nach Grafrath zu finden ist nicht gerade einfach. Ist man die Strecke jedoch mehrmals mit dem Rad gefahren oder gelaufen, prägen sich die Geländemerkmale schnell ein und man findet durch das Gewirr aus Ziehwegen, kleinen Steigungen und Bachtälchen. So früh am Morgen wie heute ist es jedenfalls ein besonderes Erlebnis, durch den von Nebelschwaden durchwaberten und menschenleeren Wald zu laufen.

Hat man die FFB7 an der richtigen Stelle östlich des Jexhofs hinter sich gelassen, kommt die Laufroute an der FFB6 fast am Ortsrand von Wildenroth wieder aus dem Wald heraus. Einen knappen Kilometer geht es noch auf der Teerstraße entlang und ins Ampertal hinab, dann werden die beiden Amperarme gequert. Nach rund 200 Metern biege ich in Grafrath schließlich nach links auf den Fahrradweg an der westlichen Ammersattel ab, unterquere die B417 und laufe gerade rechtzeitig zum Frühstücken bei meiner Schwester ein. Auch ohne den erhofften Sonnenaufgang war der Lauf (wieder) ein tolles Erlebnis mit vielen Facetten!

Hinweise: 

  • ca. 40 Prozent Schotter und 60 Prozent Teer und Betonplatten
  • der Lauf geht mehr als 10 Kilometer an viel befahrenen (und luftverpesteten) Münchner Straßen entlang. In der Früh bis 6 Uhr ist es jedoch noch sehr einsam und es sind nur wenige Taxis unterwegs…
  • zur Heimfahrt kann in Grafrath der S-Bahnhof angesteuert werden, auch unterwegs liegen S-Bahnhöfe (Germering, Gilching) in Reichweite
  • Zeitaufwand für trainierte Läufer: 2,5-3h (ich bin den Lauf als Marathon-Trainingseinheit mit einem recht ambitionierten 5er Pace gelaufen)
  • Höhenmeter beachten. Zwar geht es bis Germering flach dahin, dann kommen aber immerhin 225HM zusammen
  • Details gibt es unter: http://connect.garmin.com/activity/47448057

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