Zwiesel-Lauf von zu Hause

Nimmt man einen Zirkel und zeichnet immer größere Kreise um Königsdorf, ist der 1343m hohe Zwiesel der erste etwas prominentere Berg, der einem in die Quere kommt. Ein kleiner, feiner Wandergipfel in der Tölzer Peripherie. Das schöne: Er liegt durchaus in Laufreichweite.

Schon lange hatte ich vor, dem Zwiesel einmal von „dahoam“ mit den Laufschuhen auf den Pelz zu rücken. Lange habe ich an der Strecke getüftelt, schließlich will ich möglichst wenig auf der Straße und möglichst viel auf Fußpfaden laufen.

Heute ist es schließlich so weit. Um sechs Uhr morgens schnüre ich meine inov8 Oroc (leichte, mit Stahlspikes bewehrte Laufschuhe), schnappe meinen Minirucksack und laufe los. Ein Stückchen muss ich die alte Tölzer Straße entlang, dann verlasse ich den geräumten Teer und begebe mich auf den verwechteten Fahrweg Richtung Rothenrainer Moor. Entgegen meiner Erwartungen waren hier nur wenige Wanderer unterwegs, der sonst gut frequentierte Pfad durch das Moor ist schwer und kippelig zu laufen. Vor allem das Stück hinauf nach Rothenrain selbst bremst mich aus und ich bin froh, dass ich den knappen Kilometer hinab Richtung Fischbachmoor wieder laufen kann.

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An der Fischbachmühle laufe ich schließlich vorbei und gleich wieder hinauf Richtung Vogelsang. Der Ziehweg ist hier durch Waldarbeiten bestens geräumt, erst später, hinter einem kleinen Weiler, verschwindet er wieder im Tiefschnee und ich muss stellenweise im Storchenschritt laufen.

Hat es in der Früh noch geschneegrieselt, ist jetzt ein ausgewachsener Schneefall daraus geworden, der der Zwieselbelaufung eine zusätzliche Würze verleiht…so soll ein Winterlauf sein!

Über verschneite Ziehwege und die Zufahrtsstraße zum Buchberglift erreiche ich den Weiler Reit und erhasche einen ersten Blick auf den Blomberg. Bald bin ich da!

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Eigentlich sollte hier ein Wanderweg zur Talstation der Bahn führen, leider hat es jedoch außer einem Schneeschuhgeher keine Wanderer hierher gelockt. So spure ich meine eigene Spur und bin froh, dass es bergab geht.

An der Talstation angekommen, starte ich gleich durch und laufe den wunderbar platt planierten Bundeswehrweg hinauf. Es fängt zu stürmen an, die Verhältnisse sind wenn nicht arktisch, dann doch beeindruckend. Die Spikes bohren sich in den Untergrund, dass es eine Freude ist, und eine halbe Stunde nach Start am Parkplatz komme ich an der Einsattelung nördlich des Zwiesels an.
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Jetzt heißt es, noch einmal die Zähne zusammen zu beissen, und um 8:10 Uhr komme ich nach exakt 17 Kilometern und 2h Laufen auf dem (heute sehr ungemütlichen) Gipfel des Zwiesels an.
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Es windet so sehr, dass ich sofort wieder den Heimlauf antrete und erst unten am Sattel eine Pause mit energiespendendem Tee einlege. Auf dem Weg zurück zur Talstation kommen mir zahlreiche Schlittenfahrer entgegen – ich würde durchaus tauschen! 🙂

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Der Gegenanstieg nach Reit ist harmloser, als ich dachte, und bald laufe ich wieder an Vogelsang vorbei Richtung Fischbachmühle, wo ich bei Freunden nach 28 Kilometern eine halbe Stunde Pause mache und ein Honigbrot inhaliere. Die letzten 6km ziehen sich etwas, doch nach insgesamt 34km, 3h 50min Laufzeit und, laut GPS, rund 1500 Höhenmetern komme ich wieder in Königsdorf an. Ein kleiner großer Lauftraum ist in Erfüllung gegangen und ich bin schwer gespannt, welche Zeiten sich auf der Strecke im Sommer aufstellen lassen!
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Hier der Link zum GPS-Track:
http://connect.garmin.com/activity/693381806

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