Laufen/Micro Adventure/Natur/Trailrunning

Starnberger Seelauf

Der Starnberger See befindet sich in idealer Laufentfernung zu meinem Heimatort Königsdorf. Wählt man eine unterschiedliche Hin- und Rücklaufroute, ergibt sich ein knackiger, abwechslungsreicher 30-Kilometer-Lauf mit schönen Eindrücken!

In der Früh schneit es, die Temperatur liegt um den Gefrierpunkt. Ideales Laufwetter! Keine Gefahr der Überhitzung, wenig los, eine in Nebel und Schneetreiben gehüllte Landschaft, die sich nochmal ein weiß gesprenkeltes Kleid anzieht. Ich packe mir ein Warmgetränk in meine Inov-8 Weste, nehme ein Wechselshirt und Traubenzucker mit und schon kann es losgehen. Kurz laufe ich noch durch den Ort, steuere die Straße Richtung Segelflugplatz an, biege Richtung Flugplatz ab und genieße die winterliche Stimmung. Kein Mensch ist unterwegs, bis auf das Patschen meiner Salomon Speedcross 3 umfängt mich Stille…

Am Königsdorfer Segelflugzentrum biege ich rechts ab, laufe am Bibisee vorbei und schließlich hinüber durch das Moor nach Babenstuben, quere vor Haag eine Weide und komme schließlich zwischen Unter- und Oberherrenhausen wieder an einer Teerstraße an. Ein erstes Auto huscht an mir vorbei, und ich husche hinab nach Baierlach, quere Loisach- Isarkanal und Loisach und komme schließlich in Eurasburg an. Ich folge kurz dem Radweg bis Lengenwies und genieße den Lauftakt. Hier ist der erste Zehner voll, und es gibt einen Schluck aus der Thermoskanne und ein paar Zuckerli. Zudem gucke ich auf die Karte, denn jetzt betrete ich „terra incognita“ und muss möglicht in Ideallinie durch die Wälder an der A95 zum See finden.

Die nun folgende Route durch den Wald oberhalb des „Schindergrabens“ und anderer Bäche, Moore und Gräben ist beeindruckend. Erstaunlich, wie abgelegen einige Flecken hier sind, wo doch die A95 wie eine graue Schlange alles der Länge nach zerschneidet. Plötzlich ist das rauschende Monster jedoch da – und zum Glück auch schnell wieder weg. Ich schlängele mich durch den Wald, nehme eine Abzweigung hier und eine Abzweigung da, sehe tatsächlich einen anderen Läufer (!) und komme langsam aber sicher zu den sich sanft zum See neigenden Waldhängen. Langsam kann man ihn auch erahnen, den Lago di Starn. Und siehe da – nach rund 17km und knapp eineinhalb Stunden laufen stehe ich am großen Wasser – das erste Mal laufender Weise von zu Hause aus!

Ich gönne mir erneut ein Stamperl Tee und Traubenzucker, lockere kurz die Haxn und mache mich auf anderer Route auf den Rückweg. Kurz geht es den Uferweg Richtung Sankt Heinrich entlang, dann quere ich halblegal ein Privatgrundstück und befinde mich bald wieder auf einem traumhaft schönen Waldweg, der sich die Hänge hinauf Richtung Südosten schlängelt. Ein paar Abzweigungen und Bachtälchen später unterquere ich wieder die A95 in einer Luftschutzbunker-ähnlichen Unterführung und treffe schließlich auf die Staatsstraße von Beuerberg nach Sankt Heinrich. Eine kleine Ackerqerung führt mich zur schönen Allee hinauf nach Speck – und was sehe ich da: Lamas! Mitten in Oberbayern. Nun gut, so besonders ist das heutzutage nicht mehr, trotzdem schauen die Viehcher bei den nebligen Bedingungen vogelwild aus…

Zum Glück erfahre ich erst später, dass im nun folgenden Gehöft Oed ein recht bissiger Hofhund hausen soll, und so laufe ich beschwingt weiter Richtung Maierwald und Bierbichl (ich liebe diesen Namen!). Ein kleines Moor wird gequert – und was sehe ich da: zwei weggschmissene Papp-Kaffeebecher im Graben. Welches Schwein war das? Ich nehme die mit stinkenden Kippen gefüllten Becher so gut es geht mit und entsorge sie im nächstbesten Hausmülleimer, der mir in die Quere kommt. Über sowas gehört eigentlich ein eigener Blogbeitrag geschrieben…..da könnt‘ ich echt ausflippen. So flippe ich aber lieber hinab ins Loisachtal, kürze ein wenig über die freie Wiese ab und laufe das zweite Mal über die Loisach und schließlich am Boschhof vorbei. Das Gelände ist mir nun wieder gut bekannt, und auf kürzester Strecke zick-zacke ich durch die Schonungen an Mooseurach vorbei und mache schließlich bei km 28,5km noch eine letzte Tee- und Traubenzuckerpause.

Gut gestärkt wird das Finale in Angriff genommen, und nach gut 30 1/2 Kilometern und 2h40min komme ich nach einer großartigen Runde wieder zu Hause an…merci Haxn!

Technische Daten:

Link zum GPS-Track: https://connect.garmin.com/modern/activity/725863505

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