Rietzer Grießkogel mit Splitboard

Der Rietzer Grießkogel im Sellrain ist eigentlich alles andere als ein Geheimtipp. Bei zeitigem Aufbruch und etwas Glück zeigt sich jedoch, dass auch die überlaufenen „Modeberge“ ihren „ursprünglichen“ Reiz bewahren können.

Mit Gunther zusammen um halb sechs in Königsdorf los, gut eineinhalb Stunden Fahrt bis zum Ausgangspunkt bei den Lawinengalerien vor Kühtai. Wolkenloser Himmel – deutlich besseres Wetter als vor 17 oder 18 Jahren, als ich das letzte Mal dem Rietzer Grießkogel mit dem Splitboard auf’s Haupt gestiegen bin. Vor uns nur zwei (!) Autos, wir fragen uns schon, wie das sein kann…sonst reiht sich hier Münchner an Innsbrucker an Innsbruck Landler an Tölzer an Garmischer…

Erstmal heißt  es 15 min Tragen bis zum Schnee, die Spur selbst ist dann leicht bepulvert und gut zu gehen. Bald kommten die „Vorgänger“ in Sicht, eine weitere Zweiergruppe biegt Richtung Kreuzjoch ab. Wir rauf über die Zirmbacher Narrenböden, eine schnelles Pärchen vor uns, die die Spur legen.

Es liegt zwar nie übermäßig viel Schnee, aber auch nie zu wenig, dass man sich um einen unfreiwilligen Bodenkontakt sorgen müsste. So erreichen wir recht zügig die kurze Steilstufe unterhalb der Bachwandlen und das kupierte Gelände, das hinauf zum letzten Hangaufschwung Richtung Skidepot leitet. War der Schnee bis jetzt recht griffig, bekomme ich nun mit dem Splitboard etwas Probleme, den nötigen Druck auf die Kante zu bringen um nicht abzurutschen. Weil ich keine Lust mehr habe, auf den letzten 20 Höhenmetern die Harscheisen aus dem Rucksack zu holen, wird einfach raufgestapft.

Auf gut 2760 Meter deponieren wir am Bachwandkopf die Ski und nehmen den Westgrat/Gratrücken des Rietzer Griekogels in Angriff. Dankbarer Weise hat sich bereits ein einzelner Vorgänger daran gemacht, uns eine schöne Spur anzulegen, und so geht es zügig hinauf zum kleinen Gipfelaufbau des Rietzers, dessen Gipfel wir schließlich um viertel nach zehn betreten und uns gar nicht satt sehen können an der Aussicht….Karwendel, Wildspitze, Hohe Munde…sie alle aufzuzählen wäre müßig. Echt Massl g’habt mit dem Wetter heute! Ein Blick Richtung Aufstiegsspur macht schnell klar, dass wir nicht die einzigen bleiben werden, die diesen Blick hier oben genießen. Unten auf den Narrenböden kommen geschätzte 30 Leute nach. Nachdem es hier oben auch recht zugig ist, stapfen wir nach wenigen Minuten wieder gen Skidepot….

Auf der zwischen Pulver und erstem Firn changierenden Abfahrt zählen wir insgesamt ungefähr 50 weitere Tourenfreunde, nutzen auch noch die letzten Schneeflecken aus und sind bereits um 11:30 Uhr wieder beim Auto. Bleibt noch ausreichend Zeit, beim Gasthof Ruetz ein Schnitzel bzw. Bauernomelett zu genießen und die schöne Tour Revue passieren zu lassen…

Technische Daten:

Gipfelhöhe: 2884m, Ausgangshöhe: 1860m, Höhenmeter: 1024, Gesamtaufstiegszeit (mit Trinkpausen): 2h 40min

GPS-Tracks:

rauf: https://connect.garmin.com/modern/activity/730940310

runter: https://connect.garmin.com/modern/activity/730940352

2 Antworten auf “Rietzer Grießkogel mit Splitboard”

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s