Herzogstandlauf

Der Pionierweg ist eine der reizvollsten Möglichkeiten, dem Herzogstand läuferisch auf den Pelz zu rücken.

Unten herbstähnliche Verhältnisse, oben tiefster Winter – abwechslungsreicher, als dem Herzogstand derzeit über den „Pionierweg“ auf den Pelz zu rücken, kann ein Berglauf gar nicht sein.

Ich starte um kurz nach neun auf rund 620 Meter am Wanderparkplatz zwischen Schlehdorf und Raut. Eisig und glatt ist die Teerstraße, die mich den ersten Kilometer begleitet – von Schnee ist hier unten jedoch keine Spur.

Bald geht es scharf nach rechts direkt auf Heimgarten und Herzogstand zu, mit ihren 1732 und 1791 Metern die Wächter des Voralpenlandes hoch über dem Kochelsee. Der Fahrweg schlängelt sich steil in den Hangwald, kein Wunder, dass hier früher mal eine Rodelbahn war.

Eigentlich plane ich eine Überlaufung der beiden Gipfel, beginnend mit dem Heimgarten. Als ich jedoch auf rund 900 Meter Seehöhe am Abzweig des „Pionierweges“ Richtung Herzogstand ankomme, entscheide ich mich spontan, den besser erschlossenen Herzogstand zuerst zu belaufen. So gehe ich auf Nummer sicher, wenn die Verhältnisse nicht optimal sein sollten.

Der Pionierweg bereitet Lauffreude vom feinsten. Kehrenabschnitte wechseln mit kleinen Klammquerungen ab, der Weg ist für Trainierte problemlos laufbar. Bei Schneeauflage sollte man jedoch trittsicher sein, denn hie und da geht es recht steil hinab. Ab 900 Metern liegt vereinzelt, ab 1200 Metern durchgehend Schnee. Einsamkeit pur: Erst auf dem Hauptweg zum Herzogstandhaus treffe ich auf Spuren….

Zügig geht es die Kehren hinauf in den Kessel unter dem Fahrenberg. Ab 1400 Metern ist der Schnee ganz ordentlich verweht, der Fahrweg ist jedoch gut gewalzt, die Schuhe finden perfekt Halt. An Skifahren ist noch nicht zu denken, es sei denn, man hat die Steinski dabei und ist schmerzfrei was Kratzer angeht….

Das auf 1565 Metern gelegene Herzogstandhaus lasse ich links liegen, überhole auf den letzten Kehren unter dem Gipfel ein paar Schneewanderer und komme nach gut 1100 Höhenmetern, knapp 10 Kilometern und 1:25h Laufzeit am Gipfelpavillon an. Die Wolken geben sogar kurz den Blick auf den Walchensee frei!

Nach einer Pause mit heißem Tee sondiere ich kurz die Verhältnisse auf dem Gratrücken hinüber zum Heimgarten, der sogar gespurt ist. An zügiges Laufen wäre jedoch nicht zu denken, und ich will schnell wieder zu Hause sein. So laufe ich doch wieder die gleiche Route zurück zum Ausgangspunkt.

Zum GPS-Track geht es hier.

Technische Daten:

  • Laufzeit gesamt: 2:19:52 h
  • Streckenlänge: 19,53 km
  • Höhenmeter: 1137

Gelaufen (unter anderem) mit:

Autor: Arnold Zimprich

Läufer, Radfahrer, Bergsportler

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