Auf den Kotzen

Lange habe ich darauf gewartet, einem Artikel mal diesen Titel geben zu können. Nun ist es endlich soweit! Allerdings meine ich mit „Kotzen“ nicht den oft mit körperlichem Unwohlsein verbundenen Auswurf, sondern den gleichnamigen Berg südlich des oberbayerischen Fall am Sylvensteinspeicher.

Der eisig kalte und von beachtlichen Neuschneefällen begleitete Januar 2017 wurde von einem deutlich wärmeren, im Flachland von Schmelzwetter geprägten Februar abgelöst.

Auch im Gebirge hat sich das Gesicht des Schnees gewandelt, das wird bereits beim Start am Wanderparkplatz Fall klar. Die Fahrstraße ins Bächental ist von einer geschlossenen Eisschicht überzogen, die im Licht der Stirnlampe glitzert.

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Winterbiwak 2017

Jedes Jahr ziehen meine Geschwister und ich um Neujahr herum auf einen kleinen (oder großen) Wald- und Wiesengipfel im Isarwinkel, um unser Winterbiwak abzuhalten.

Seit mittlerweile 15 Jahren wird mit Köttbullar und Asti unser Geschwistersein gefeiert, dieses Jahr bei recht rustikalen -20°C Grad. Die Ausrüstung machts, und als alte Pfadfinder mit Winterausbildung schockt uns so leicht sowieso nichts.

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Sportlicher Jahresrückblick 2016

2016 war geprägt von – der Geburt unserer zweiten Tochter und dem Umbau unseres Hauses. Trotzdem ging es sich mit rund 1.450 Lauf – und 4.300 Radkilometern aus, worüber ich selbst ein wenig überrascht bin.

Laufen und Radeln zu „abstrakten“ Tageszeiten – das ist es wohl, was 2016 gekennzeichnet hat. Stehe ich von Haus aus selten nach 6 Uhr auf, war es dieses Jahr oft schon fünf Uhr – um noch schnell eine Runde in den Laufschuhen zu drehen oder rechtzeitig für die Anfahrt in die Arbeit mit dem Rennrad „betriebsbereit“ zu sein.

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Dezember-Laufrunde im Estergebirge

Dem Schneemangel sei dank ging es sich Mitte Dezember mit einer hübschen Laufrunde durch das Estergebirge aus. Beeindruckender Föhnsturm auf dem Krottenkopf inklusive.

Mit einem dumfpen „Klock“ fällt die Autotür ins Schloß. Die Entscheidung, nach Wallgau zu fahren, fiel quasi unterwegs – ein Phänomen, dass ich seit Geburt unserer Kinder häufig beobachtet habe. Für Planung bleibt wenig Zeit und wenig Muße. Meist schwirren mir glücklicherweise mehrere Projekte im Kopf herum, ich muss also nur in den „Fundus“ greifen und eines herausfischen. Was dann tatsächlich in Angriff genommen wird, entscheidet das Bauchgefühl während des Aufbruchs.

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Lauf- und Lehrstunden in den Allgäuern

Die Sterne funkeln an diesem Samstag Ende Oktober um sechs Uhr früh. Kein Mensch ist außer mir unterwegs, als ich den Parkplatz an der Fellhornbahn verlasse. Wieviel Schnee liegt an der Rappenseehütte? Wird es mit dem Hohen Licht klappen? Wie ist es, dem zweithöchsten Allgäuer mit minimalistischen Mitteln auf den Gipfel zu laufen?

Diese und andere Gedanken gehen mir durch den Kopf, als ich mit Stirnlampe mein erstes „großes“ Allgäu-Abenteuer starte. Transalp ab Oberstdorf, Wanderung auf das Rubihorn, Trailrun auf den Wannenkopf, Skifahren in Ofterschwang und Bolsterlang, die JDAV JuBi in Hindelang und Alm-Recherchen für die DAV Panorama – das ist alles, was ich aus dieser Ecke der Bayerischen Alpen kenne. Die Gipfel des Allgäuer Hauptkamms kenne ich noch gar nicht und bin voller Vorfreude!

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Vorderer Brochkogel, 3565 Meter

Der Vordere Brochkogel in den Ötztaler Alpen ist nicht nur vergleichsweise einfach zu besteigen, sondern erstaunlicherweise auch vergleichsweise selten besucht. Im Rahmen eines Geburtstagsbiwaks war der 3.565 Meter hohe Berg nun fällig. 

Um viertel nach sechs Uhr abends starten wir die Tour in Vent. Es wölkt, es nebelt – keine Ahnung, ob das mit dem Wetter so klappen wird wie wir uns das vorstellen. Wenigstens zum Fotos schießen ist die Stimmung einmalig!

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Dufourspitze 4637 Meter

Mit der Dufourspitze im Wallis will will ich eine kleine Serie beginnen, in der ich alle Viertausender vorstelle, die ich zwischen dem 18. und 26. Lebensjahr bestiegen habe. Los geht es mit einer der schönsten Touren.

Im Jahr 2003 ging es Ende August/Anfang September mit meinem Cousin auf die Dufourspitze, den zweithöchsten Berg der Alpen. Wie bei uns üblich mit dem Zelt und auf eigene Faust.

Wir starten von der Station Rotenboden der Gornergratbahn. Sauteuer das Bähnli, aber den Luxus gönnen wir uns dann doch mit den fetten Rucksäcken. Dann geht es den langen, fast auf Höhenlinie verlaufenden Weg zum Gornergletscher entlang, fantastische Ausblicke auf Lyskamm, Breithorn und Zwillinge…

Schließlich die relativ harmlose Querung über den mächtigen Gletscher. Ein Mann mit einer Katze kommt uns entgegen. Ein Mann mit einer Katze auf dem Gletscher? Wir reiben uns die Augen. Sachen gibt’s in der Schweiz!

Die damals noch alte Monte Rosa-Hütte lassen wir links liegen und stiefeln hinauf Richtung Grenzgletscher. Unter einem gigantischen Steinblock errichten wir das Zelt auf ca. 2900 Meter. Blick in die Runde – umwerfend.

Wie in den Westalpen so üblich starten wir am kommenden Tag ordentlich früh – gegen drei Uhr geht es los. Immerhin liegen noch mehr als 1700 HM vor uns. Bis zum Beginn des Monte-Rosa-Gletschers finden wir den Weg leicht, dann verhauen wir uns jedoch übelst im Gletscherbruch. Wir finden den richtigen „Einstieg“ nicht, verlieren die Spur und sind nur am Fluchen. Ein echter Irrgarten! So geht eine knappe Stunde nur mit der Wegsuche flöten. Zum Glück finden wir dann aber doch die korrekte Spur Richtung Nordend und Dufour.

Wir sind die ersten heute – und werden es auch bleiben. Es wölkt und wettert – offensichtlich haben sie viele Seilschaften auf der Monte Rosa-Hütte entschlossen, nicht loszugehen. Langsam merken wir die Höhe, langsam geht es auch voran. Schließlich erreichen wir die zum Teil blank geblasenen Abschnitte rechts hinauf auf den Sattel (4359 Meter). Hier ist Vorsicht geboten, wir drehen auch mal eine Eisschraube für eine Durchlaufsicherung in das Blankeis.

Jetzt nur noch der Gipfelgrat. Uns wird ob der Einsamkeit mulmig zumute. Der Grat ist zwar kein ausgesetztes Monstrum, aber so ganz alleine bekommen wir ein wenig Muffensausen. Wir lassen daher alles zurück, was wir an Gewicht entbehren können – inklusive Kamera. Hier soll uns nichts meher behindern. Kletterstelle für Kletterstelle tasten wir uns vor – der Grat entpuppt sich als spannend, aber machbar. Sichern müssen wir nirgends.

Und dann – das Gipfelkreuz. Geschafft! Wir fallen uns in die Arme. Einen so bedeutenden 4000er ganz alleine für sich zu haben, kommt dann doch selten vor. Angenehm warm ist es hier oben, wie genießen die Sonne und Windstille. Doch siehe da – von der Zumsteinspitze kommen zwei Italiener zu uns rüber. Wir freuen uns über das gemeinsame Gipfelglück!

Das Wetter weiß nicht so genau, was es will. Zwar gibt es dann und wann den Blick frei, die dauerhafte Rundumsicht bleibt uns aber verwehrt. Nix für ungut. Beim Rückweg zum Zelt kommen uns noch zwei Schweizer entgegen, die einzige Seilschaft, die wir auf dem Normalweg Richtung Monte Rosa-Hütte heute treffen. Am Zelt angelangt steht schnell die Entscheidung fest, noch eine Nacht zu bleiben. Uns ist nach Entspannung zu Mute…und nach schlafen, viel schlafen. Zwölf Stunden werden es schließlich.

Tags drauf packen wird unsere Sachen, lauschen ganz verdattert den Bayern 3-Klängen an der Hütte (geht denn da kein Couleur 3 rein?!) und geben das allerletzte Geld für Ovomaltine und Kuchen aus. Schließlich hatschen wir wieder komplett bis runter nach Zermatt. Genialer Berg!

Technische Daten: