Im Herbst nach Tirol

Im Oktober zeigt sich das Karwendel von seiner schönsten Seite. Grund genug, mit dem Gravelbike über die Lamsenjochhütte in die Tuxer Alpen zu fahren.

Es ist lange her, dass ich die Strecke über das Westliche Lamsenjoch gemacht habe. Es dürfte 2008 gewesen sein, mit meinem Bruder auf der letzten Transalp. Dass es hinauf zum Joch zäh werden würde mit meiner 1×11-Schaltung am Rondo Ruut AL, war klar. Weiterlesen „Im Herbst nach Tirol“

Morgenstimmung in der Soierngruppe

Einfach spontan losgelaufen. Vom Parkplatz gegenüber des Campingplatzes Isarhorn hinter Krün über Ochsenhütte steil hinauf zum Kamm zwischen Feldernkreuz und Soiernspitze. Hirschbrunft. Rauf zum Gipfel, runter zum Soiernhaus, dort erste Bergsteiger. Schließlich hinauf zur Schöttelkar und über den Lausberg wieder retour. 

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Karwendelultra

Von Zuhause ins Zentralkarwendel laufen, durch die bayerischen Voralpen, die Jachenau und über das Karwendelhaus. Ein Projekt, das einige Jahre vor sich hinschlummerte. Und endlich mal umgesetzt werden musste.

Prolog

Vor drei Jahren habe ich es schon mal probiert. Nach einer normalen 40 Stunden-Arbeitswoche laufe ich am Freitagabend um 22 Uhr alleine in Königsdorf/Obb. los. Mitternacht bin ich am Zwiesel, dem ersten Gipfel auf der Strecke.

Irgendwo zwischen Zwiesel und Tutzinger Hütte wird es zäh. Die Motivation beginnt zu hinken, eine innere Stimme sagt mir, dass das nichts wird. Trotzdem mache ich weiter, schlafe hinter der Tiefentalalm eine halbe Stunde unter meiner Rettungsdecke in einer Mulde, komme noch zu nachtschlafender Zeit an der Tutzinger Hütte vorbei.

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Morgenstimmung im (Vor)Karwendel

Zum Kotzen

Lange habe ich darauf gewartet, einem Artikel mal diesen Titel geben zu können. Nun ist es endlich soweit! Allerdings meine ich mit „Kotzen“ nicht den oft mit körperlichem Unwohlsein verbundenen Auswurf, sondern den gleichnamigen Berg südlich des oberbayerischen Fall am Sylvensteinspeicher.

Der eisig kalte und von beachtlichen Neuschneefällen begleitete Januar 2017 wurde von einem deutlich wärmeren, im Flachland von Schmelzwetter geprägten Februar abgelöst.

Auch im Gebirge hat sich das Gesicht des Schnees gewandelt, das wird bereits beim Start am Wanderparkplatz Fall klar. Die Fahrstraße ins Bächental ist von einer geschlossenen Eisschicht überzogen, die im Licht der Stirnlampe glitzert.

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Rappenspitzrunde am Morgen

Die Rappenspitze (2223m) ist ein vergleichsweise selten besuchter Wanderberg zwischen Achensee und Inntal. Im Rahmen einer gut dreistündigen Berglauf-Runde lässt sie sich zügig bezwingen.

Kurz nach fünf Uhr Aufbruch an der Karwendelbahn in Pertisau. Rauf über den Tunnelweg zur Bärenbad- und Weißenbachalm (beide links liegen gelassen), dann steil hinauf zur Abzweigung zum Stanser Joch.

Dichter Nebel, unzählige – ich schätze insgesamt mehr als 200 – Bergsalamander. Unglaublich, hier sind sie alles andere als selten…dazu noch einige Gamsrudel. Schließlich via Ochsenkopf (2148 m) und an der Gamskarspitze und dem Kaserjoch vorbei ins Nauderer Kar.

Lehmige Wege, ich schlittere herum. Die Wolkenlücken werden indes größer. Kein einziger Mensch unterwegs. Mystische Stimmung!

Aus dem Nauderer Kar steil und teils weglos links rauf zum „Normalweg“. Steiler Steig ganz zum Schluß, nie schwierig. Gipfel Rappenspitze Punkt sieben Uhr. Die Sonne zeigt sich – das hätte ich nach dem Nebel am Stanser Joch nicht erwartet.

Kleines Päuschen und wieder hinab über Dristlalm und steil zur Falzthurnalm. Nach 20k um viertel nach acht wieder am Auto.

Den GPS-Track auf Strava gibt es hier:

Gelaufen mit:

Linder- statt Zugspitze

Statt einer Biwaktour an der Zugspitze wurde es eine schroffe Laufrunde im westlichen Karwendel. Dem Regen sei Dank!

Samstag Morgen, 2:30 Uhr. Ich liege 200 Höhenmeter oberhalb des Eibsees im Schlafsack und überlege, ob ich dem Wetter noch eine Chance gebe. Wider Erwarten hat es zu gießen begonnen. Und wie! Ich ziehe den Schlafsack über’s Gesicht, setze auf die DWR-Imprägnierung und nicke wieder ein.

Als das Wasser aber durch den Reißverschluss dringt und mir am Bein entlang rinnt, gebe ich den Versuch auf, der Zugspitze zu früher Morgenstunde über den Stopselzieher auf’s Haupt zu laufen. Um 7 wollte ich spätestens oben sein. Ein ambitionierter Plan, das schon – ursprünglich sah das Wetter auch recht verlässlich aus. Reichlich gefrustet hatsche ich zurück nach Hammersbach.

Dann halt ein anderer Berg!

Die sechs Kilometer kommen mir endlos lang vor. Auf Laufschritt habe ich keinen Bock. Eher schlurfe ich zurück. Doch was ist das? Durch die Baumwipfel dringt langsam Dämmerlicht. Es wird hell – und Richtung Osten zeigt sich eine große Wolkenlücke! Hurra!

Gegen halb fünf bin ich wieder am Hammersbacher Wanderparkplatz. Erste Bergsteiger machen sich bereit für den Höllental-Anstieg auf die Zugspitze. Vor einer halben Stunde wollte ich eigentlich nur noch eins: heim ins Bett. Angesichts des klaren Himmels hat sich die Stimmung aber komplett gedreht.

Wörner – oder nicht?

Ich setze mich ins Auto und fahre etwas übermüdet Richtung Mittenwald. Mit dem Wörner habe ich doch eigentlich noch eine Rechnung offen….

Schnell einen Riegel in die Hosentasche – außer Shirt, Short und Stirnband habe ich nichts dabei. Wenn man von den Laufstöcken einmal absieht. Ich wähle den Weg über die „Arzgrube“, um den Auslauf des Dammkars zu erreichen. Kehre reiht sich an Kehre reiht sich an Kehre, die Höhenmeter sind hier schnell vernichtet.

Mittenwald wirkt in der Tiefe immer kleiner, ich tauche ein in die graue Gebirgswelt des Karwendel. Ein Zwischenabstieg unter der Kreuzwand, und schon erreiche ich nach rund 40 Minuten die Abzweigung zur Hochlandhütte.

Dammkar rauf….

Völlig spontan laufe ich nicht weiter zur Hochlandhütte, sondern steil rechts rauf zur Dammkarhütte. Ich will „Neuland“ entdecken, das Dammkar bin ich noch nie gelaufen.

Okay, genauer betrachtet schon: Es ist ewig her, dass ich das Kar im Rahmen eines Rennens zusammen mit meinem Bruder mit dem Splitboard raufgehechelt bin.

Bis zur Hütte ist der Pfad wunderbar laufbar. Ein Hund begrüßt mich, sonst liegt das steinerne Haus einsam da. Noch niemand wach.

Beinah laufe ich vor lauter Elan in das Vodere Dammkar, kratze aber rechtzeitig die Kurve und erreiche über eine mühsame Reißn die Bergwachthütte auf rund 1800 Meter.

Jetzt wird’s steil – und schneedurchsetzt! Laufgenuß ist das jetzt keiner mehr – eher Quälerei. Aber was tut man nicht alles! Die schroffe Szenerie entschädigt für alles, die Stapf-Passagen verleihen der Route echte Würze.

…und durch den Tunnel

Schließlich steh‘ ich ganz oben im Kar, vor mir der rund 400 Meter lange Tunnel zur Bergstation der Karwendelbahn. Es ist grad mal 7 Uhr, im Tunnel brennt kein Licht und es ist stockfinster. Zum Glück habe ich mein Smartphone dabei und damit eine notdürftige Taschenlampe.

Siehe da – am anderen Ende des Tunnels ist noch alles verriegelt. Zum Glück von innen, sonst hätte ich ein echtes Problem. Ich habe gar nicht mit der Option gerechnet, den Tunnel über die Westliche Karwendelspitze umgehen zu können – das fällt mir erst nach dem Tunnel auf. Egal.

Die Seilbahnstation ist wie ausgestorben. Irgendwo brummt ein Generator. Der Einfacheit halber laufe auf die Linderspitze – der Weg führt in gut laufbaren Serpentinen bis auf den Gipfel auf 2374 Metern. Geschafft! Ich freue mich über den Erfolg nach dem Wassereinbruch in der Nacht.

Steiler Karwendelsteig

Hinunter geht es über den Karwendelsteig. Ich habe mir die Route nur kurz auf der Karte angeschaut und kann nur erahnen, was mich erwartet. Steilgelände!

Hurtig geht es hinab, Seilversicherungen entschärfen knifflige Stellen. Schnee liegt zum Glück keiner mehr, sonst wäre es sicher spannender geworden.

Der Steig führt anregend über gut 700 Höhenmeter hinab zur Mittenwalder Hütte. Eine schöne Turnerei, die nur von absolut Trittsicheren in Laufschuhen „belaufen“ werden sollte. Konzentration ist hier alles!

Die Mittenwalder Hütte lasse ich links liegen und laufe um Punkt neun Uhr nach ingesamt dreieinhalb Stunden (inkl. Pausen) wieder am Auto ein. Jetzt noch Einkaufen und heim zur Family! 🙂

Hier der GPS-Track bei Strava:

https://www.strava.com/activities/627159444

Gelaufen mit: