Karwendelultra

Trailrun von Königsdorf in Oberbayern bis nach Scharnitz/Tirol in 48 Stunden – Etappenlauf von den Bayerischen Voralpen bis ins zentrale Karwendel.

Von Zuhause ins Zentralkarwendel laufen, durch die bayerischen Voralpen, die Jachenau und über das Karwendelhaus. Ein Projekt, das einige Jahre vor sich hinschlummerte. Und endlich mal umgesetzt werden musste.

Prolog

Vor drei Jahren habe ich es schon mal probiert. Nach einer normalen 40 Stunden-Arbeitswoche laufe ich am Freitagabend um 22 Uhr alleine in Königsdorf/Obb. los. Mitternacht bin ich am Zwiesel, dem ersten Gipfel auf der Strecke.

Irgendwo zwischen Zwiesel und Tutzinger Hütte wird es zäh. Die Motivation beginnt zu hinken, eine innere Stimme sagt mir, dass das nichts wird. Trotzdem mache ich weiter, schlafe hinter der Tiefentalalm eine halbe Stunde unter meiner Rettungsdecke in einer Mulde, komme noch zu nachtschlafender Zeit an der Tutzinger Hütte vorbei.

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Südbad Marathon

Um einen Marathon zu laufen, braucht es nichts weiter als ein Ziel. Diesmal war es das Münchner Südbad, das ich fast exakt in Marathondistanz angelaufen habe.

Heute spontan in die Stadt gerannt. Dass ein Marathon draus wurde – netter Nebeneffekt!

Sahara-Sand liegt in der Luft. Ungewöhnliche Wärme. Der Horizont verschwimmt in gelbgrauem Dunst. Ich laufe in kurzer Hose und Trikot über Berg und Schuß zum Malerwinkel. Die Isar glitzert in der Tiefe.

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Über die Tattenkofener Brücke geht’s Richtung Ascholding. Wasser, alte Mühlengebäude, plätschern. Weiter auf unbekannter Route an Trillionen von Fischteichen vorbei über Egling und Dettenhausen zum Deininger Weiher. Ausflügler trinken Kaffee und mampfen Kuchen. Ich knacke die Halbmarathonmarke.

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Jetzt gibt’s, was bei keinem längeren Lauf fehlen darf – einen kleinen Verhauer. Statt gleich Richtung Straßlach-Dingharting zu laufen, folge ich dem verlockend schönen Gleißenbachtal. Der Ausflugsrummel ist wie ausgeschaltet. Ein Fotograf nestelt an seiner Ausrüstung.

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Ich muß das Tal steil und weglos nach links verlassen, um wieder auf Kurs zu kommen. Es ist inzwischen sommerlich warm geworden. Nach Dingharting folge ich einem schwach ausgeprägten Feldweg und lande – auf der Trabrennbahn. Sorry, Jockeys, heute galoppiere hier ich!

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Nun wieder bekanntes Terrain – die stark befahrene Tölzer Straße nach Grünwald. Ich hake die 30km ab. Das Wasser wird knapp. Tankstopp? Jetzt nicht. Das Isartal mit seiner Nagelfluh-Landschaft lockt zu sehr. Also an der Burg vorbei hinab zum Fluß. Und nichts wie ab zur schon so oft besuchten Quelle vor der Großhesseloher Brücke, die auch heute erquickendes, kühles Wasser spendet.

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Schließlich das Finale. München pulsiert und spuckt immer mehr Menschen auf den Pfaden Richtung Süden aus. Ich renne unter der rumpelnden Großhesseloher Brücke durch. Dann Mariensteg, Hellabrunn, Thalkirchener Brücke – und Flaucher. Endspurt, wenn man so will – oder besser gesagt, Endgang, denn der Flaucher ist überlaufen von Erholungssuchenden.

Da, der rote Bau, das Südbad, meine Familie! Und Apfelschorle, Würstel und Kuchen. Und ein Fast-Marathon mit 41,64 km und immerhin 271 Höhenmetern geht nach 3:40 Stunden Laufzeit zu Ende.

GPS-Track:
https://connect.garmin.com/modern/activity/1112787048

Auerberg Marathon

Die laue Weihnachtszeit machte die Verwirklichung eines lange gehegten Projektes möglich – die Belaufung des 1055 Meter hohen Auerbergs von Kaufbeuren aus.

Knack – die Haustür fällt in’s Schloß. Punkt halb acht starte ich im Süden Kaufbeurens wieder einmal einen längeren Lauf, der mir schon länger im Kopf herumschwirrte.

Richtung Berg

Der Auerberg ist mit seinen 1055 Metern der nördlichste „Tausender“, der einem in der Kaufbeurer Umgebung in die Quere kommt. Bisher lief ich maximal bis zur Bergmangalpe oder zum Elbsee, Rekord war eine 33,33 km Runde vor eineinhalb Jahren. Heute soll es jedoch mal wieder die magische 42,25 km-Marke sein. Bei idealer Routenwahl ist es ein guter Halbmarathon bis auf den sagenumwobenen Gipfel, zurück will ich eine etwas weitere, andere Strecke laufen, um eine abwechslungsreiche Runde vollzumachen.

Ich wähle zunächst die gut bekannte Strecke über das Kraftwerk am Bärensee hinauf auf den Freyberg. Nicht mal Gassigeher sind unterwegs, den meisten liegt Weihnachten wohl zu schwer im Magen. Richtung Mooshütte belaufe ich schließlich „terra incognita“. Nach einigen Kilometern im morgendlich verzauberten Wald kommt einem die fette B12 mit ihren vorbeihuschenden Autos fehl am Platz vor; kurz hinter der Mooshütte tauche ich jedoch wieder in die Stille des Gennachmoores ab…und genieße jeden Schritt auf dem eisig knirschenden Boden.

Leider leiste ich mir einen kleinen Verhauer und laufe nicht ganz die geplante Ideallinie nach Bernbach. Nicht weiter schlimm, die 500 Extrameter laufe ich heute gerne. Riesige Windräder stören mit ihrem Gefauche die Morgenstille, in Bernbach selbst ist keine Menschenseele zu sehen. Das Licht der aufgehenden Sonne taucht die Landschaft in einen goldenen Farbtopf. Ich atme die beeindruckende Stimmung mit jedem Laufschritt ein. Weiter geht es über einsame Feldwege und an Einsiedlerhöfen vorbei Richtung Korbsee und Gehren (Achtung, Aggro-Hund!) und weiter zum verwunschenen Zwölfpfarrenwald – mit seinen 900 Meter „Gipfelhöhe“ ein weiteres, etwas näher liegendes Laufprojekt…aber heute will ich mehr!

Bei Oberlöchlers erblicke ich schließlich das erste Mal in ca. 4 Kilometer Entfernung den Auerberg, der sich bisher geschickt versteckt hatte. Die Motivation erreicht ungeahnte Höhen, und bald erreiche ich mit Remnatsried den letzten Ort vor dem „Gipfelanstieg“. Eine wunderbare Gegend ist das hier, einsame Laufstrecken ohne Ende…

Die finalen drei Kilometer laufe ich einfach Luftlinie über die Felder und schließlich über mit Brombeer- und anderem Gestrüpp zugewucherte Pfade und Fahrwege steil hinauf zum Ostrücken des Berges. Römische Siedlungsreste (Erdwälle) zeugen von einer abwechslungsreichen Geschichte.

Nach gut 2 Stunden Laufzeit und 22 Kilometern Strecke erreiche ich schließlich die Gaststätte und Kirche auf dem Auerberg. Die Aussichtsplattform neben dem Kirchturm bietet eine perfekte Rundumsicht mit Hohem Peissenberg, Zugspitze, Forggensee, Grünten und vielen weiteren bekannten und unbekannten Gipfeln. Ich kann mich bei dem Traumwetter gar nicht satt sehen und dezimiere parallel zur Bergschau rasch mein Proviant. Zum Glück gibt es auch noch einen Getränkeautomaten: Ehe ich mich auf den Heimweg mache, gieße ich mir eine Cola hinter die Binde und betanke meine Trinkflasche mit Apfelschorle.

Zurück mit viel Asphalt

Lag das Verhältnis von Feldweg zu Asphalt beim Hinlauf bei etwa 3/1, kehrt es sich beim Rücklauf um. Statt wie ursprünglich geplant über Stötten laufe ich über kaum befahrene, einspurige Straßen via Settele und Burk nach Bertoldshofen. Hier zeigt sich das Allgäu von seiner schönsten Seite: Einsame Gehöfte, tolle Ausblicke ins Geltnach- und Wertachtal, dahinter die Alpen. Und das bei einer Temperatur, die sich eher nach Ostern anfühlt als nach Weihnachten! An kleinen Seen vorbei, durch kleine Tälchen und Waldstücke arbeite ich mich wieder nach Norden. Oft laufe ich mit gezückter Karte, um mir keine weiteren Verhauer zu leisten. Manchmal geht es zudem die Strecke des Auerberg-MTB-Marathons entlang, der durch kleine Pfeile deutlich markiert ist.

Von Bertoldshofen geht es schließlich via Kreen und an Altdorf vorbei nach Biessenhofen – sicher der fadeste Teil der Strecke, da auf der parallel laufenden B16 viel Verkehr herrscht. Ich kürze, um der Autoflut auszuweichen, wieder quer über die arg von Wühlmäusen zerpflügten Felder ab….Achtung Umknickgefahr!

Nachdem ich zur Weihnachtsgans zurück sein möchte, spare ich mir (schöner zu laufende) Umwege über die Feld- und Waldwege der Märzenburg und folge stattdessen von Biessenhofen dem etwas monotonen Radweg neben der Bahnstrecke zurück nach Kaufbeuren. Hier ist Schritte zählen angesagt, um das Ganze nicht zu fad werden zu lassen. Nochmal kurz beissen – dann ist das Ding geschafft. Jippie!

Technische Daten:

  • Streckenlänge: ca. 44 km
  • Höhenmeter: 600
  • Zeit unterwegs: 4:55h
  • Laufzeit: 4:05h

Zu den GPS-Tracks:

Ich nutzte während es Laufs meinen Test-Forerunner 630 von Garmin. Tolle Laufuhr, keine Frage – doch leider für lange Läufe in der Kälte, bei denen man die Klamotten häufig wechselt und Rucksack/Laufweste häufig ab- und aufsetzt nur bedingt geeignet. Ich betätigte mehrmals versehentlich den Touchscreen, was dazu führte, dass der Gesamttrack in drei Einzeltracks zerhackt ist und mir zwei Kilometer völlig durch die Lappen gegangen sind. Für „harte“ Läufe lobe ich mir daher Uhren wie die Fenix 3 mit physischen Knöpfen.

Track 1/2/3:

Gelaufen mit:

  • Brooks Pure Grit 2
  • inov-8 Race Ultra Vest

 

 

 

 

 

 

 

Regensburg Marathon 2014

Ein Marathon kann lang sein, sehr lang. Erst recht, wenn man sich eine ambitionierte Zielzeit gesetzt hat und diese dann nicht einhalten kann. Der Regensburg Marathon 2014 war zwar ein erstes läuferisches Saisonhighlight, hat mir aber auch gezeigt, wo der Hammer hängen kann!

Drei Stunden. Eine geradezu magische Marke für ambitionierte Hobbyläufer. Drei Stunden im Marathon zu unterbieten, davon träumt wohl jeder, der einmal der Jagd auf die Lauf-Zeiten verfallen ist.  Weiterlesen „Regensburg Marathon 2014“

Auf’s Land gerannt

Spontaneität ist alles. Auch wenn es um einen Trainings-Marathon geht! Eine Möglichkeit von vielen, um München herum die 42,195km voll zu machen.

Fünf Uhr Früh, ein Samstag im August 2013. Ich wache ohne Wecker auf. Das ist ein Zeichen. Ein doppelter Caffè Latte fährt das Hirn hoch, schnell packe ich Badesachen und Wechselklamotten zusammen. Zum Glück habe ich meine GPS-Uhr gestern Abend noch geladen. Ein paar Honigwaffeln und einen Liter Apfelschorle in den Rucksack, und los geht’s!

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Spontanathlon

Heute war der erste Trainingsmarathon der Saison fällig. Sehr spontan, sehr nass, sehr große Wildschweine gesehen. Eine rundum gelungene Sache also.

Es ist nass. Nass und kalt. Mit anderen Worten ideale Verhältnisse, einen Trainingsmarathon ohne auch nur die geringste Überhitzungsgefahr zu laufen. Dass aber letztendlich ein Marathon zustande kommt, wird erst im Laufe des Laufs klar. Weiterlesen „Spontanathlon“