Tour d’Israël – mit dem Rennrad durch Israel

Israel mit dem Rennrad – was für eine Idee! Mein Freund Terry Swartzberg rennt – oder  besser fährt – sofort offene Türen ein, als er mich zu einer Radreise zwischen Tel Aviv, Jerusalem, Totem Meer und Negev-Wüste einlädt. Nur vier Flugstunden entfernt lauert ein echtes Abenteuer und eine Reise, die neue radfahrerische Horizonte eröffnet.

Tag 1: Wo ist Roy?

Meer, das ist überall nur Meer. Dann, endlich: Strand, Häuser, Bewässerungsgräben, eine Autobahn. Wir landen auf dem Tel Aviv Ben Gurion Airport. Es ist das erste Mal für mich, dass ich im Nahen Osten und in Vorderasien überhaupt unterwegs bin. Welch Vorfreude!

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Sportlicher Jahresrückblick 2016

2016 war geprägt von – der Geburt unserer zweiten Tochter und dem Umbau unseres Hauses. Trotzdem ging es sich mit rund 1.450 Lauf – und 4.300 Radkilometern aus, worüber ich selbst ein wenig überrascht bin.

Laufen und Radeln zu „abstrakten“ Tageszeiten – das ist es wohl, was 2016 gekennzeichnet hat. Stehe ich von Haus aus selten nach 6 Uhr auf, war es dieses Jahr oft schon fünf Uhr – um noch schnell eine Runde in den Laufschuhen zu drehen oder rechtzeitig für die Anfahrt in die Arbeit mit dem Rennrad „betriebsbereit“ zu sein.

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Heimgarten und Herzogstand by fair means

Heute gibt es mal einen Triathlon der etwas anderen Art: Anreise mit dem Rennrad, Belaufung mit den Laufschuhen – und Retour ebenfalls mit dem Rennrad. Natürlich möglichst hurtig, damit der sportliche Aspekt nicht zu kurz kommt!

4:30 Uhr. Der Mond spiegelt sich auf dem Asphalt der B11. Zwischen meinem Heimatort und Kochel am See begegne ich auf der B11 2 (!) Autos. Um diese Uhrzeit macht das Rennradeln auch auf einer tagsüber überlasteten Bundesstraße Spaß. Abgesehen davon: Wer Herzogstand und Heimgarten an einem knalligen Maiwochenende für sich haben möchte, muss früh aufbrechen.

Nach zügiger Radfahrt schließe ich das Rennrad hinter Schlehdorf ab. Punkt halb sechs wechsle ich in die Laufschuhe und nehme die Fahrstraße in den Kessel nordöstlich des Heimgarten in Angriff.

Die Sonne blinzelt durchs Buchengehölz, der Tag bricht an. Der Fahrweg wird zum Steig, steil geht es bergauf zum Nordrücken des 1790 Meter hohen Bergs. Knapp 1 1/4 Stunden nach dem Loslaufen bin ich am Gipfelkreuz. Ein schwer bepackter Wanderer ist der einzige, den ich während des Aufstiegs getroffen habe.

Nach kurzer Fotopause geht’s gleich weiter zum Herzogstand. Der Gratrücken macht Spaß, Tiefblicke zum Walchen- und Kochelsee würzen die Strecke. Auf und ab und hin und her – die Strecke lässt keine Langweile aufkommen. Kein einziger Mensch ist hier unterwegs und so bin ich direkt überrascht, im Gipfelpavillon auf dem Herzogstand zwei dick eingepackte Fotografen anzutreffen, die Fotoausrüstung im Wert eines Kleinwagens Richtung Sonnenaufgang aufgebaut haben. Es zieht wie Hechtsuppe, mir weht es fast die Flasche aus der Hand!

Also schnell weiter. Spaßig geht’s runter über das Herzogstandhaus und den Fahrweg bis zur Abzweigung des Pionierwegs, der wie bei der letzten Belaufung im Winter eine Mordsgaudi macht! Offenbar waren hier auch Mountainbiker unterwegs. Definitv ein Weg der Sorte, die mir persönlich mit Laufschuhen mehr Spaß macht…

Nach exakt zweieinhalb Laufstunden erreiche ich wieder mein Rennradl und flitze eine Alternativstrecke über Sindelsdorf und Penzberg wieder nach Hause, wo ich gut fünf Stunden nach Aufbruch ankomme. Fazit: Gerne wieder!

Gelaufen mit:

adidas Terrex X-King

Hier die GPS-Tracks:

Anreise: https://connect.garmin.com/modern/activity/1178702164

Laufrunde: https://connect.garmin.com/modern/activity/1178702257

Abreise: https://connect.garmin.com/modern/activity/1178702361

185er mit dem Rennrad

Dass es lang werden würde, war klar. Dass die Strecke von Königsdorf nach Kaufbeuren mit dem Rad so schön abwechslungsreich sein kann, war etwas Neues. Dass die Menschheit kurz davor ist, dem Autowahn auch noch die letzten zauberhaften Ecken zu opfern, leider nicht…

Krach, die Tür fällt in’s Schloß. Kein zurück. Heute durch die Berge ins Allgäu zu radeln – eine sehr spontane Entscheidung.

Über die alte Tölzer Straße geht’s nach Tölz, dann via Arzbach nach Lenggries. Seltsame Windverhältnisse, um die Null Grad. Hoffentlich bleibt das nicht so, denn die Füße sind bereits nach 10k tiefgefroren.

Nach Wegscheid dann Schnee auf der Fahrbahn. Die Jachenau eingehüllt in Sonnenstrahlen und Wasserdampf. Langsam wird’s wärmer.

Am Walchensee nach 45 Kilometern ein erstes Päuschen. Angler sind die einzigen, die diesen frostigen Ostersamstag für einen Ausflug an den See nutzen. Ansonsten freie Fahrt auf der Mautstraße.

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Ich radle weiter über Einsiedl auf den Radweg nach Wallgau und kürze ab Richtung Klais. Wahnsinnsverkehr auf der B2. Bettenwechsel macht sich bemerkbar. Mühsam reihe ich mich ein, um mich herum schwer beladene Familiengefährte mit Berliner, Essener und Dortmunder Kennzeichen.

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Zügig geht’s runter nach Partenkirchen, das ich über gewundene Wege links liegen lasse. Nach Farchant dann die Ernüchterung. Mit dem Rennrad müsste man, um auf Teer nach Oberau zu kommen, durch den Gegenverkehr für kurze Zeit auf die B2 einfädeln. Bei der Blechkolonne ein Ding des Unmöglichen. Ich fahre kurz Retour um mir eine Alternative zu suchen.

Schließlich geht’s auf Schotter an der Loisach entlang. Dabei traumhaften Pausenplatz entdeckt mit Blick auf den Wetterstein. Kurze Verschnaufpause mit Cranberries und Schoki.

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Schließlich geht’s zügig rauf nach Ettal und gleich weiter ins Graswangtal nach Linderhof. Die Hoffnung, hinter dem Königssschloss möge sich die Autoflut ein wenig dezimieren, zerschlägt sich schnell. Vor allem die fetten SUVs machen einem als Radler auf der schmalen Bergstraße zu schaffen. Ein unangenehmes Gefühl, wenn ein mehr als zwei Tonnen schweres Ungetüm überholt, während parallel noch Gegenverkehr unterwegs ist.

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Dafür ist die Aussicht auf Kreuzspitze und Geierköpfe um so atemberaubender….das hat heute durch den Neuschnee eine zentralalpine Optik.

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Kurz hinter dem höchsten Punkt der Strecke, dem rund 1120 Meter hohen Ammersattel, mache ich nach 120 km eine Mittagspause und lasse die Blechlawine an mir vorbeirauschen. Ich werde das Gefühl nicht los, dass hier noch vor zehn Jahren deutlich weniger los war.

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Dann geht es hinab über den Plansee nach Reutte. Ich kehre im Eurospar-Café ein und gönne mir eine schön salzige Bruschetta. Eine Flüchtlingsgruppe betritt den Laden und wünscht der Verkäuferin „Frohe Weihnachten“.

Schließlich geht’s via Pinswang Richtung Bayern. Ich bestaune den Lechfall und versuche, das gnadenlos überlaufene Füssen durch die Fußgängerzone zu durchqueren. Vergeblich.

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Über einen etwas chaotischen Hinterhof-Weg inklusive Geländeeinlage erreiche ich schließlich den schnellen Bahntrassen-Radweg und flitze an Stötten vorbei nach Kaufbeuren. Gegen Ende fühlt sich die Tour so richtig nach Frühling an!!

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Fazit:

Tolle Strecke mit mehr als 185km und immerhin 1500 Höhenmetern. Leider ist mir an diesem Ostersamstag erneut klar geworden, dass wohl nur wenige das Auto auch mal bewusst stehen lassen. Eine schmerzhafte Erkenntnis – denn das Ergebnis ist, dass „schwache“ Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer und Fußgänger immer mehr an den Rand gedrängt werden. Klar, jeder will Spaß haben an Ostern. Dass man dafür aber nicht zwangsweise durch die halbe Weltgeschichte kutschieren muss…naja, anderes Thema.

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Einige autofahrende Zeitgenossen scheinen zudem nicht ganz zu verstehen, was ein Miteinander mit Radfahrern auf der Straße bedeutet. Frustrierend ist auch der (subjektiv) immer höhere Anteil an SUVs, raumverschlingenden Minibussen und Vans, die für schmale alpine Straßen denkbar ungeeignet sind. Wie haben das eigentlich unsere Eltern damals gemacht?!

Zwei Tage später ging’s dann eine etwas direktere Route über Ammer- und Starnberger See wieder zurück – immerhin nochmal gute 100 Kilometer.

Hier geht’s zum GPS-Track:
https://connect.garmin.com/modern/activity/1099669745

Und die Rückroute :
https://connect.garmin.com/modern/activity/1102165590

Münchner Winterlaufserie 10k

Der Nikolauslauf am 05.12. war der Auftakt zur dreiteilligen Münchner Winterlaufserie 2015/16. Die klimafreundliche Anreise per Rad machte den Lauf zu einer konditionellen Herausforderung!

Alle reden vom Klimaschutz, und trotzdem fährt die Menschheit Auto, als ob es kein Morgen und keinen Klimawandel gäbe. Es liegt speziell an uns Sportlern und im Besonderen an den Radfahrern, für eine Minimierung des CO²- und Feinstaubaustoßes einzutreten, denn wir sind es, die den giftigen Qualm, den der Kfz-Verkehr verursacht, Tag für Tag inhalieren dürfen.

Mit diesen Gedanken schwinge ich mich um kurz nach 12 Uhr Mittags auf’s frisch reparierte Tourenrad und steuere den Münchner Olympiapark an. Gelebter Klimaschutz während des UN-Klimagipfels – was gibt es schöneres!

Teil 1: Anreise per Rad

Absurd warm ist es an diesem 5. Dezember, und ich muss sogar eine Schicht Oberbekleidung ablegen, um nicht zu sehr zu schwitzen… Auf dem Radweg Richtung Wolfratshausen ist heute reger Verkehr, erst auf der B11 Richtung Icking dünnen die Radler aus.

Ich hole aus meiner Nexus 8 Nabenschaltung raus, was ich kann, flitze den abwechslungsreichen Radweg über Hohenschäftlarn, Baierbrunn und Höllriegelskreuth nach Pullach und finde mich schließlich bei den Siemenswerken wieder. Altbekanntes Laufgelände aus meinen Münchner Jahren…

Zum Glück muss ich mich nicht zu sehr beeilen, denn der Startschuss zu den 10km knallt erst um 15 Uhr. So genieße ich ein wenig das Stadtflair, schwelge in Erinnerungen und zirkle durch Mittersendling. Bald habe ich Harras, Westpark und das Feierwerk passiert und begebe mich über die Donnersberger Brücke auf die Zielgerade zum Olympiapark. Zahlreiche Sportler in Läuferkluft machen auf das nahende Großereignis mit immerhin 1.700 Teilnehmern aufmerksam.

Schließlich erreiche ich nach knapp 50 km Radlstrecke das Olympiastadion und begebe mich nach Abholung der Startnummer gleich in den Umziehbereich, um vom Rad- in das Laufdress zu wechseln.

Teil 2: Der Lauf

Warmlaufen muss ich mich nicht, und so mache ich nur ein wenig Gymnastik, um die leicht vorbelasteten Muskeln auf die andersartige Belastung vorzubereiten.

Eigentlich bin ich der Annahme, ich hätte mich weit genug vorne eingeordnet. Als jedoch der Startschuss knallt, strömen so viele Läufer aus den beiden Starttoren auf die erste Rechtskurve zu, dass es zu einem Gerangel kommt, wie ich es selten bei einem Lauf erlebt habe…Adrenalin liegt in der Luft!

Nach 200 Metern habe ich mich jedoch freigelaufen und erschrecke direkt, als ich auf den (für mich) absurd hohen Schnitt von 3:30 min/h aufmerksam werde, den mir mein Test-Forerunner 630 meldet. Der übliche übermotivierte erste Kilometer…

Die 5km-Runde um den Olympiasee mit Abstecher zum Radstadion, die es heute zweimal zu durchlaufen gilt, zeigt sich einmal wieder von ihrer kurzweiligen Seite. Dieses Jahr wurde sie leicht modifiziert und um einen Mini-Anstieg erweitert. Nach rund 19 Minuten bin ich das erste Mal durch und merke langsam, dass ich heute schon 50 zügig gefahrene Radkilometer in den Haxn habe. Also Zähne zusammenbeissen!

Die finalen 2 km werden zu einem echten Kraftakt, und nach 38:55 min laufe ich glücklich im Ziel ein und gleich durch zum Tee im Verpflegungsbereich und weiter unter die warme Dusche, die ich heute besonders genieße. Mit dieser Zeit bin ich nach der „Radbelastung“ sehr zufrieden, schließlich war das heute ein Experiment!

Teil 3: Zurück nach Hause

Es dämmert, als ich mich um 16:30 Uhr wieder auf’s Rad Richtung Heimat schwinge. Bald habe ich den Olympiapark hinter mir gelassen, passiere die Donnersberger Brücke Richtung Süden, lasse den betriebsamen Harras hinter mir und fahre Richtung Pullach. Was mir als „Landei“ massiv auffält: Diese Ampeln! Ich hatte schon ganz vergessen, wie sehr sie einen in der Stadt ausbremsen und nerven. Echt zum Abgewöhnen…..von traumhaften Rad-Zuständen wie in Kopenhagen ist München noch Lichtjahre entfernt. Der Vorrang, der Autos nach wie vor eingeräumt wird, ist für Radler schlicht frustrierend. Immerhin, an kleinen Details wird gefeilt, so zum Beispiel am Radweg auf der Trasse der ehemaligen Isartalbahn zwischen Thalkirchen und Solln, wo ein ärgerlicher „Ausbremser“, die Einmündung auf die Heilmannstraße, endlich beseitigt wurde.

Die Temperatur bewegt sich rasant Richtung 0°C-Grenze, und nach 17,5 Kilometern beschließe ich von Höllriegelskreuth bis nach Wolfratshausen die S-Bahn zu nutzen. Auf der 20-minütigen Fahrt schlafe ich fast ein und kann die Beine soweit erholen, dass sich die finalen 12,5 km von WOR nach Hause fast wie von selbst radeln.

Fazit:

  • schöner erster Lauf der Münchner WLS mit perfekter Orga
  • im Winter per Rad an- und abzureisen verleiht dem Lauf eine besondere Würze
  • in Sachen Radfahren vermisse ich München kein bisschen
  • Leute, lasst’s ab und an einfach mal die Autos stehen

Hier die Tracks:

 

 

 

 

Arbeitsstrecke per Rad – ein kleines Resümee

2015 bin ich bisher rund 25 Mal die Arbeitsstrecke zwischen Königsdorf und Otterfing mit dem Rennrad, Mountainbike oder mit dem Tourenrad  angegangen. Eine großartige Route, die sich nach Lust und Laune variieren lässt!

Meine Radlstrecke ist gute 23 Kilometer (in eine Richtung) lang. Nicht gerade wenig, aber auch nicht zu viel, um es nicht (zumindest mit dem Rennrad) in durchschnittlich 50 Minuten unter die Räder zu nehmen. Ich stelle dabei immer wieder fest, dass 2-3 Mal die Woche eine völlig ausreichende “Dosis” ist. Zwanghaft mehr zu wollen, verdirbt den Spaß, weniger ist schlicht nicht ausreichend, um den Bewegungsdrang zu stillen….. Weiterlesen „Arbeitsstrecke per Rad – ein kleines Resümee“

Königsdorf – Kaufbeuren mit dem Rad

Heute das erste Mal vom neuen Zuhause nach Kaufbeuren ins „zweite Zuhause“ geradelt. Wunderschöne Strecke, ohne sie vorher allzu detailliert auszuarbeiten…

Den ersten Teil der heutigen Strecke kenne ich. Königsdorf – Mooseurach – Boschhof – Faistenberg – Seeshaupt. Schönste Ausblicke, verschneite Alpen, viel los auf der A95. Weiterlesen „Königsdorf – Kaufbeuren mit dem Rad“