Sonnenaufgang an Heimgarten und Herzogstand

Wenn man es gut erwischt mit dem Sonnenaufgang, bieten Herzogstand und Heimgarten unvergessliche Momente.

Da kann man eigentlich nur eins sagen – ein Traum! In gesamt drei Stunden vom Kochelsee über den Pionierweg auf den Herzogstand, am Grat rüber zum Heimgarten und wieder runter zum Ausgangspunkt.

Den GPS-Track gibt es hier:

https://connect.garmin.com/modern/activity/1322769631

Heimgarten und Herzogstand by fair means

Mit Rennrad und Laufschuhen auf Heimgarten und Herzogstand – eine by fair means-Aktion wie aus dem Bilderbuch.

Heute gibt es mal einen Triathlon der etwas anderen Art: Anreise mit dem Rennrad, Belaufung mit den Laufschuhen – und Retour ebenfalls mit dem Rennrad. Natürlich möglichst hurtig, damit der sportliche Aspekt nicht zu kurz kommt!

4:30 Uhr. Der Mond spiegelt sich auf dem Asphalt der B11. Zwischen meinem Heimatort und Kochel am See begegne ich auf der B11 2 (!) Autos. Um diese Uhrzeit macht das Rennradeln auch auf einer tagsüber überlasteten Bundesstraße Spaß. Abgesehen davon: Wer Herzogstand und Heimgarten an einem knalligen Maiwochenende für sich haben möchte, muss früh aufbrechen.

Nach zügiger Radfahrt schließe ich das Rennrad hinter Schlehdorf ab. Punkt halb sechs wechsle ich in die Laufschuhe und nehme die Fahrstraße in den Kessel nordöstlich des Heimgarten in Angriff.

Die Sonne blinzelt durchs Buchengehölz, der Tag bricht an. Der Fahrweg wird zum Steig, steil geht es bergauf zum Nordrücken des 1790 Meter hohen Bergs. Knapp 1 1/4 Stunden nach dem Loslaufen bin ich am Gipfelkreuz. Ein schwer bepackter Wanderer ist der einzige, den ich während des Aufstiegs getroffen habe.

Nach kurzer Fotopause geht’s gleich weiter zum Herzogstand. Der Gratrücken macht Spaß, Tiefblicke zum Walchen- und Kochelsee würzen die Strecke. Auf und ab und hin und her – die Strecke lässt keine Langweile aufkommen. Kein einziger Mensch ist hier unterwegs und so bin ich direkt überrascht, im Gipfelpavillon auf dem Herzogstand zwei dick eingepackte Fotografen anzutreffen, die Fotoausrüstung im Wert eines Kleinwagens Richtung Sonnenaufgang aufgebaut haben. Es zieht wie Hechtsuppe, mir weht es fast die Flasche aus der Hand!

Also schnell weiter. Spaßig geht’s runter über das Herzogstandhaus und den Fahrweg bis zur Abzweigung des Pionierwegs, der wie bei der letzten Belaufung im Winter eine Mordsgaudi macht! Offenbar waren hier auch Mountainbiker unterwegs. Definitv ein Weg der Sorte, die mir persönlich mit Laufschuhen mehr Spaß macht…

Nach exakt zweieinhalb Laufstunden erreiche ich wieder mein Rennradl und flitze eine Alternativstrecke über Sindelsdorf und Penzberg wieder nach Hause, wo ich gut fünf Stunden nach Aufbruch ankomme. Fazit: Gerne wieder!

Gelaufen mit:

adidas Terrex X-King

Hier die GPS-Tracks:

Anreise: https://connect.garmin.com/modern/activity/1178702164

Laufrunde: https://connect.garmin.com/modern/activity/1178702257

Abreise: https://connect.garmin.com/modern/activity/1178702361

Herzogstandlauf

Der Pionierweg ist eine der reizvollsten Möglichkeiten, dem Herzogstand läuferisch auf den Pelz zu rücken.

Unten herbstähnliche Verhältnisse, oben tiefster Winter – abwechslungsreicher, als dem Herzogstand derzeit über den „Pionierweg“ auf den Pelz zu rücken, kann ein Berglauf gar nicht sein.

Ich starte um kurz nach neun auf rund 620 Meter am Wanderparkplatz zwischen Schlehdorf und Raut. Eisig und glatt ist die Teerstraße, die mich den ersten Kilometer begleitet – von Schnee ist hier unten jedoch keine Spur.

Bald geht es scharf nach rechts direkt auf Heimgarten und Herzogstand zu, mit ihren 1732 und 1791 Metern die Wächter des Voralpenlandes hoch über dem Kochelsee. Der Fahrweg schlängelt sich steil in den Hangwald, kein Wunder, dass hier früher mal eine Rodelbahn war.

Eigentlich plane ich eine Überlaufung der beiden Gipfel, beginnend mit dem Heimgarten. Als ich jedoch auf rund 900 Meter Seehöhe am Abzweig des „Pionierweges“ Richtung Herzogstand ankomme, entscheide ich mich spontan, den besser erschlossenen Herzogstand zuerst zu belaufen. So gehe ich auf Nummer sicher, wenn die Verhältnisse nicht optimal sein sollten.

Der Pionierweg bereitet Lauffreude vom feinsten. Kehrenabschnitte wechseln mit kleinen Klammquerungen ab, der Weg ist für Trainierte problemlos laufbar. Bei Schneeauflage sollte man jedoch trittsicher sein, denn hie und da geht es recht steil hinab. Ab 900 Metern liegt vereinzelt, ab 1200 Metern durchgehend Schnee. Einsamkeit pur: Erst auf dem Hauptweg zum Herzogstandhaus treffe ich auf Spuren….

Zügig geht es die Kehren hinauf in den Kessel unter dem Fahrenberg. Ab 1400 Metern ist der Schnee ganz ordentlich verweht, der Fahrweg ist jedoch gut gewalzt, die Schuhe finden perfekt Halt. An Skifahren ist noch nicht zu denken, es sei denn, man hat die Steinski dabei und ist schmerzfrei was Kratzer angeht….

Das auf 1565 Metern gelegene Herzogstandhaus lasse ich links liegen, überhole auf den letzten Kehren unter dem Gipfel ein paar Schneewanderer und komme nach gut 1100 Höhenmetern, knapp 10 Kilometern und 1:25h Laufzeit am Gipfelpavillon an. Die Wolken geben sogar kurz den Blick auf den Walchensee frei!

Nach einer Pause mit heißem Tee sondiere ich kurz die Verhältnisse auf dem Gratrücken hinüber zum Heimgarten, der sogar gespurt ist. An zügiges Laufen wäre jedoch nicht zu denken, und ich will schnell wieder zu Hause sein. So laufe ich doch wieder die gleiche Route zurück zum Ausgangspunkt.

Zum GPS-Track geht es hier.

Technische Daten:

  • Laufzeit gesamt: 2:19:52 h
  • Streckenlänge: 19,53 km
  • Höhenmeter: 1137

Gelaufen (unter anderem) mit: