Winterbiwak 2017

Jedes Jahr ziehen meine Geschwister und ich um Neujahr herum auf einen kleinen (oder großen) Wald- und Wiesengipfel im Isarwinkel, um unser Winterbiwak abzuhalten. Dieses Jahr war der Lärchkogel dran.

Seit mittlerweile 15 Jahren wird mit Köttbullar und Asti unser Geschwistersein gefeiert, dieses Jahr bei recht rustikalen -20°C Grad. Die Ausrüstung machts, und als alte Pfadfinder mit Winterausbildung schockt uns so leicht sowieso nichts.

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Voralpenlauf zum Rabenkopf

Trotz Eisheiligen gab es vergangenen Samstag eine kurze Schönwetterlücke. Also schnell den Rucksack gepackt und um 15 Uhr von Königsdorf los gelaufen.

Rothenrainer Moor, Fischbachmühle – die altbekannte Einstiegsroute in die Berge zu Beginn. Sonne bohrt sich durch die Wolken, trotzdem bin ich froh, mit einer langen Hose losgelaufen zu sein.

Nach fünf Kilometern realisiere ich, dass ich das GPS nicht eingeschaltet habe. Egal, es gibt wichtigeres. Über Blombergbahn-Talstation geht es zügig rauf zum Haus. Grölende Liftfahrer stören die am Blomberg eh schon gestörte Bergruhe. Ein paar Wanderer, ein Mountainbiker – mehr ist auch hier an diesem unterkühlten Pfingstwochenende nicht los.

Temperatur sinkt unter fünf Grad. Flocken mischen sich zwischen die Tropfen. Das Schönwetterfenster schließt sich wieder. Ich laufe östlich am Zwiesel vorbei Richtung Gassenhofer-, Lehenbauern- und Melcherstefflalm und turne durch den Sumpf vor der Lexenhütte. Die Konzentration ist voll beim Laufen. Kaum Fotos, keine großen Pausen…einfach nur die Kraft fließen lassen. Hört sich irendwie nach Star Wars an..

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Schon bei der zweiten Furt ziehe ich die Schuhe nicht mehr aus. Ist sowieso schon alles pitschepatschenass und damit wurscht! Also ab durch die Bäche dass es nur so spritzt. Weiter geht’s über die Sattelalm Richtung Tutzinger Hütte, allerdings vorher schon rechts ab und an der Brandenberger Hütte vorbei zur Eibelsfleckalm. Auch hier gibt es einige Genuss-Furten. Eine schöne Route, wenn auch deutlich mehr Fahrweg als bei der Alternativroute zur Glaswandscharte über die Tutzinger Hütte. Ein freundlicher Mensch grinst an einer Alm zum Fenster raus. Da drinnen ist es sicher schön warm! Ich will aber gar nicht tauschen, denn das Laufen macht auch im Regen mordsmäßig Spaß.

Glaswandscharte

Das Wetter wird grimmiger. Kein Mensch mehr weit und breit. Ich versuche, die Ideallinie zur Glaswandscharte zu laufen. Zuerst an einem breit mäandernden Bach entlang, dessen Wasserstand heute wahrscheinlich die Jahreshöchstmarke erreicht, dann querbeet. Bin ich richtig? Das letzte Mal war ich hier vor ca. 15 Jahren unterwegs. Das Gelände steilt auf, durch Schrofen erreiche ich einen zusammengesunkenen Bauwagen oberhalb des sogenannten „Bauernwurfs“. Welcher Bauer wurde hier wohl einst geworfen? Oder hat es ihn nur „gewürfelt“? Bei der Steilheit vermute ich fast letzteres…und wie der Bauwagen wohl hierher gekommen ist?! Kommt einem vor wie der Bus No. 142 aus „Into the Wild“. Solches Gelände wirft eben Rätsel auf…

Schließlich erreiche ich wieder den „Normalweg“ zur Scharte. Was für ein zerworfenes Gelände! Große Altschneeflecken säumen den Weg. Endlich, langsam neigt sich der Hang zurück. Um halb sieben bin ich oben an der Glaswandscharte. Es stürmt.

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Dicke Wolken drücken von Süden in den Hangwald. Ich trinke etwas und nehme den direkten, steilen Steig hinab Richtung Jachenau. Und zögere – soll ich nicht lieber den Fahrweg nehmen? Nö, der ist langweilig. Also geht es weiter die „Naturtreppe“ hinab. Der Weg macht Spaß! Überall Wasser, Rinnsale, Bäche und Wasserfälle, Pfützen, Regen im Gesicht, patschpitschpatsch. Plötzlich ein gehörnter Fellkörper im Weg. Ein Steinbock, der gerade das Winterfell verliert. Er lässt sich von meiner Anwesenheit nicht groß beeindrucken. Ein zweiter gesellt sich noch dazu. Sehr nett!

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Am Lainbach-Wasserfall wägt man sich in Island, soviel Wasser hat er heute. Es gischtet und sprudelt. Schließlich geht’s rechts ab zur Alm, in der meine Geschwister schon Feuer gemacht haben. Wie ist das schön! Dazu gibt’s Kartoffelpfanne mit Käswurscht. Um halb zehn sind alle im Bett.

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Am nächsten Morgen geht’s noch zügig auf den Rabenkopf. Regen, Sonnenlücken, später dann Schneefall. Einsamkeit auf einem sonst viel frequentierten Voralpengipfel. Dann hinab in die Jachenau. Wenigstens hier ein paar tapfere Wanderer. Schade, schon wieder vorbei!

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Gesamt – km: ca. 47
Gesamt – hm: ca. 2.100

GPS-Tracks (verspätete Aufzeichnung beim ersten):

https://connect.garmin.com/modern/activity/1170387239?share_unique_id=1
https://connect.garmin.com/modern/activity/1170387261?share_unique_id=2
https://connect.garmin.com/modern/activity/1170387278?share_unique_id=3

Winterbiwak auf dem Staffel

Das „Winterbiwak“ steht bei uns Geschwistern für eine schon mehr als zehn Jahre währende Tradition. Jeden Winter – um den Jahreswechsel und damit den Geburtstag meiner Schwester herum – besteigen wir mit Zelt und feinem Essen beladen einen anderen Berg in den bayerischen Voralpen. Und schlafen möglichst weit oben. Dieses Mal sind wir dem Staffel von der Jachenau aus auf den Pelz gerückt. 

Vom 28. auf den 29. Dezember war es wieder einmal so weit und das geschwisterliche Winterbiwak mit Irml und Urs stand auf dem Programm. Diesmal als Stargäste mit dabei: Neffe Thimo, dazu Felix mit Hund Ronja. Weiterlesen „Winterbiwak auf dem Staffel“