Morgenstimmung im (Vor)Karwendel

Der Schafreuter und Umgebung bietet traumhaftes Laufterrain – erst recht, wenn man unterwegs den Sonnenaufgang erlebt.

Fall, 4 Uhr morgens: Die Laufschuhe sind geschnürt, ein weiteres kleines großes Laufprojekt wird in die Tat umgesetzt.

Über Ziehwege geht es noch mit Stirnlampe hinauf auf den Grammersberg, es beginnt zu dämmern, nach eineinviertel Stunden Lauferei erreiche ich das 1.753 m hohe Grasköpfl, baue das Stativ auf, verweile und genieße. Die Sonne kitzelt den Roß- und Buchstein schon um 5:20 Uhr. Ich baue ab, laufe weiter.

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Laufwinter 2015 – Klimawandel im Alpenvorland

Drei Läufe innerhalb einer Woche verdeutlichen den Klimawandel im Voralpenland

Ein eigenartiger Winter – aber vielleicht genau das, worauf wir uns die nächsten Jahre einstellen müssen. Längere Kältephasen sind die absolute Ausnahme, die Schneelage ist nur schwer vorauszusehen.

So kam es bei uns im Tölzer Land vor, dass innerhalb von nur einer Woche die Temperatur von minus 15 Grad Celsius auf plus 12 Grad Celsius stieg. Beim Laufen fallen die Temperaturschwankungen besonders drastisch auf.

Frost und Frühling

Am 22.01. lief ich bei frostigen -15 Grad in die Arbeit – beeindruckende Verhältnisse und der wohl schönste Winterlauf bisher. Ich habe den Eindruck, dass Winter-Fanatiker wie ich solche Kälteerlebnisse festhalten müssen wie einen Schatz!

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Link zum Lauf (leider musste ich den Lauf manuell eingeben, da die Datenübertragung meines Test-Forerunners gestreikt hat): http://connect.garmin.com

Eine Woche danach lief ich von Otterfing nach Bad Tölz – ein guter Halbmarathon. Der Schnee-Spuk war schon wieder komplett vorbei. Tauwetter auf einer Traumstrecke.

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Über Palnkam an den Teufelsgraben, diese sagenumwobene, ehemalige Ablaufrinne der Isar. Dann über den „Hochrain“, eine komplett bewaldete, über 750 Meter hohe Hochfläche, an die Verbindungsstraße Dietramszell-Holzkirchen. Schließlich durch den nicht minder beeindruckenden Zeller Wald hinauf zur „Grünen Marter“ und über verlassene Waldpfade zum Kogler Lack.

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Der Zeller Wald hat mich verzaubert. Definitiv einer der wildesten Flecken im Tölzer Landkreis. Man findet nur wenig darüber im Internet. Und das, was man findet, zeugt von der Wildheit des Geländes. Haberfeldtreiben, Schwedeneinfälle – ich muss glaube ich mal ins Dietramszeller Dorfarchiv gehen, um zu recherchieren.

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Schließlich Endspurt über Ellbach. Und das alles bei Temperaturen über zehn Grad! Ende Januar!

Link zum GPS-Track: http://connect.garmin.com

Nur zwei Tage später danach bei intensivem Nassschneefall ein knapper 30er via Fischbachmühle und Isarstausee rüber ans Isar-Ostufer. Dann über den „Ratzenwinkel“ und die „Sauhölle“ nach Schnaitt und Hechenberg. Runter nach Bairawies und Einöd. Retour über Tattenkofener Brücke, Malerwinkel, Schuß und Berg.

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Die Strecke war gut ausklamüsert und von anderen Läufen und Radfahrten größtenteils bekannt, trotzdem ärgerlicher Verhauer bei Schnaitt. Ich lief frei Schnauze und war schlicht zu faul um ordentlich zu navigieren. Ergebnis: Orintierungsschwierigkeiten und Wegverlust in einem Bachtälchen und später die Erkenntnis, dass ich in der verschneiten Landschaft Schnaitt mit Reut verwechselt habe. Peinlich, peinlich…da werden Erinnerungen an die Zeit der Winterausbildung bei den Pfadfindern wach!

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Die nasskalten Bedingungen machten den Lauf zudem maximal energieraubend. Ich kann mich nicht erinnern, dass mich ein Marathon mal so geschlaucht hat wie dieser 30 km-Lauf!

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Link zum GPS-Track (für die Spitzfindigen: im Ratzenwinkel hatte ich mit einem Signalverlust zu kämpfen): http://connect.garmin.com/

Was nach diesen völlig unterschiedlichen Läufen innerhalb von nur 9 Tagen bleibt, ist ein fahler Beigeschmack. Die Winter, wie sie hier im Alpenvorland typisch waren, scheinen passé zu sein. Mich macht das traurig und betroffen zugleich.

Das Absurde daran ist, dass die outdoorsportliche Menschheit (wenn überhaupt) nur sehr langsam dazu bereit zu sein scheint, Kompromisse einzugehen, sich zu bremsen, mal an einem halbscharigen (für die Nicht-Bayern: wettertechnisch nicht ganz optimalen) Wochenende daheim zu bleiben. Zwar sieht man (zumindest habe ich das Gefühl) ein paar mehr Läufer und Sportler, die bewusst ihre unmittelbare Umgebung zum Sporteln verwenden und kreativ sind, was das „Sporteln vor der Haustür“ angeht. Die klassische Skifahrer- und Skitourengeherfraktion scheint jedoch nach wie vor auch haarsträubende Anfahrtswege in Kauf zu nehmen, um dem Schneesport zu fröhnen. Ich werde den Eindruck nicht los, dass sich damit eine ganze Szene langfristig ihr eigenes Grab gräbt und sehenden Auges nur noch verzweifelter weit entfernte Hänge hinunterkratzt.

Klar, Verzicht als Lifestyle ist nicht sexy. Aber klimaverwandelte Berge und Autokolonnen in die letzten verschneiten Täler sind noch viel weniger sexy.

Der Mensch war noch nie besonders gut darin zu schützen, was er liebt. Was denkt ihr? Ist Euch das zu pessimistisch? Ist alles gar nicht so schlimm? Sollen sich die Berge und die Teilzeit-Ökos mal nicht so haben? Ich freue mich über Kommentare.

Münchner Winterlaufserie 15 und 20k

Die Teilnahme an der Münchner Winterlaufserie 2015/16 war am Ende kein Zuckerschlecken. Trotzdem haben die drei Läufe im Rückblick Spaß gemacht.

Lauf-Freud und Lauf-Leid liegen nah beieinander. Das wurde mir bei der Münchner WLS 2015/16 einmal wieder bewusst. Der erste Härtetest des Jahres ist jedenfalls Vergangenheit!

15k am 16.01.

Drei Runden mit je 5 Kilos durch den Olypark – keine große Aufgabe. Oder etwa doch? Nachdem meine Familie heute als Support anwesend ist, will ich mir keine Blöße geben. Und es läuft gleich vom Start weg – und läuft, und läuft. Kilometer um Kilometer stecke ich solide 3:58er und ähnliches ein, kämpfe ab und an mit dem inneren Schweinehund, zirkle um die Menschenschlange am Einlass zum Sea World und laufe schließlich mit einer ganz glücklich machenden 59:29 min und dem 46. Gesamtrang im Ziel ein.

20k am 13.02.

Heute heißt es vier Runden mit je 5 Kilometer durch den Olypark zu rocken. Ziel: 1:20 knacken oder, noch konkreter, meine Zeit von 2015 – 1:19:34h.

Die erste Runde läuft ausgezeichnet, ich liege mit 19 Minuten und ein paar zerquetschten genau auf Kurs. Dann beginnt jedoch ein echtes Martyrium. Ich fühle mich unwohl, kann nicht genug aus den Beinen holen. Die Schnitte werden immer schlechter. Kann ich von Zeit zu Zeit noch einen Sub-4er herausleiern, geht es spätestens ab der dritten Runde und der 10 km-Marke massiv bergab.

Verdammt, was ist bloß los? So einen Einbruch habe ich schon lange nicht mehr erlebt….4:30er wechseln sich mit noch langsameren Kilometern ab, die 1:20h Gesamtmarke zerrinnt mir zwischen den Fingern. Ich überlege ernsthaft, ob ich überhaupt noch Bock habe und weitermache. Zwar bin ich immer noch im Sub-1:30h-Bereich unterwegs – Spaß macht das jedoch nicht mehr so wirklich.

Am Ende steht eine 1:27:44 für die 20 Kilometer auf der Anzeigetafel. Härtetest bestanden, sage ich da, und mache mich auf die Suche nach der Fehlerquelle, die da wäre: falsche Klamottenwahl (ich habe mich an eine kurze Hose getraut, was bei um die Null Grad keinen Spaß gemacht hat, da bin ich Weichei), falsche Vorbereitung und falsche Psyche (ich hatte die ganze Zeit nagende Zweifel, ob es mit den 1:20h klappen wird). Letztes Jahr war ich hier 8 Minuten schneller – naja, nächstes Jahr dann wieder!

Infos zu den 10 k am 05.12.2015 gibt es in einem getrennten Artikel: https://arnoldzimprich.wordpress.com/2015/12/06/muenchner-winterlaufserie-10k/

Gesamtergebnis

Eigentlich hatte ich vor, für das BERGZEIT Running Team unter die Top 30 in der Gesamtwertung zu laufen. Leider ging es sich dann doch nur mit dem 43. Gesamtrang (von knapp 300 Läufern) aus – dem schwachen 20k sei Dank.

Hier gibt’s die Links zu den GPS-Tracks:

15k: https://connect.garmin.com/modern/activity/1016901043

20k: https://connect.garmin.com/modern/activity/1049399457

Herzogstandlauf

Der Pionierweg ist eine der reizvollsten Möglichkeiten, dem Herzogstand läuferisch auf den Pelz zu rücken.

Unten herbstähnliche Verhältnisse, oben tiefster Winter – abwechslungsreicher, als dem Herzogstand derzeit über den „Pionierweg“ auf den Pelz zu rücken, kann ein Berglauf gar nicht sein.

Ich starte um kurz nach neun auf rund 620 Meter am Wanderparkplatz zwischen Schlehdorf und Raut. Eisig und glatt ist die Teerstraße, die mich den ersten Kilometer begleitet – von Schnee ist hier unten jedoch keine Spur.

Bald geht es scharf nach rechts direkt auf Heimgarten und Herzogstand zu, mit ihren 1732 und 1791 Metern die Wächter des Voralpenlandes hoch über dem Kochelsee. Der Fahrweg schlängelt sich steil in den Hangwald, kein Wunder, dass hier früher mal eine Rodelbahn war.

Eigentlich plane ich eine Überlaufung der beiden Gipfel, beginnend mit dem Heimgarten. Als ich jedoch auf rund 900 Meter Seehöhe am Abzweig des „Pionierweges“ Richtung Herzogstand ankomme, entscheide ich mich spontan, den besser erschlossenen Herzogstand zuerst zu belaufen. So gehe ich auf Nummer sicher, wenn die Verhältnisse nicht optimal sein sollten.

Der Pionierweg bereitet Lauffreude vom feinsten. Kehrenabschnitte wechseln mit kleinen Klammquerungen ab, der Weg ist für Trainierte problemlos laufbar. Bei Schneeauflage sollte man jedoch trittsicher sein, denn hie und da geht es recht steil hinab. Ab 900 Metern liegt vereinzelt, ab 1200 Metern durchgehend Schnee. Einsamkeit pur: Erst auf dem Hauptweg zum Herzogstandhaus treffe ich auf Spuren….

Zügig geht es die Kehren hinauf in den Kessel unter dem Fahrenberg. Ab 1400 Metern ist der Schnee ganz ordentlich verweht, der Fahrweg ist jedoch gut gewalzt, die Schuhe finden perfekt Halt. An Skifahren ist noch nicht zu denken, es sei denn, man hat die Steinski dabei und ist schmerzfrei was Kratzer angeht….

Das auf 1565 Metern gelegene Herzogstandhaus lasse ich links liegen, überhole auf den letzten Kehren unter dem Gipfel ein paar Schneewanderer und komme nach gut 1100 Höhenmetern, knapp 10 Kilometern und 1:25h Laufzeit am Gipfelpavillon an. Die Wolken geben sogar kurz den Blick auf den Walchensee frei!

Nach einer Pause mit heißem Tee sondiere ich kurz die Verhältnisse auf dem Gratrücken hinüber zum Heimgarten, der sogar gespurt ist. An zügiges Laufen wäre jedoch nicht zu denken, und ich will schnell wieder zu Hause sein. So laufe ich doch wieder die gleiche Route zurück zum Ausgangspunkt.

Zum GPS-Track geht es hier.

Technische Daten:

  • Laufzeit gesamt: 2:19:52 h
  • Streckenlänge: 19,53 km
  • Höhenmeter: 1137

Gelaufen (unter anderem) mit:

24 wässrige Kilometer in die Arbeit

Heute 24 Kilometer in die Arbeit gelaufen. Alles pitschnass. Hat trotzdem Spaß gemacht! Weiterlesen „24 wässrige Kilometer in die Arbeit“

Starnberger Seelauf

Der Starnberger See befindet sich in idealer Laufentfernung zu meinem Heimatort Königsdorf. Wählt man eine unterschiedliche Hin- und Rücklaufroute, ergibt sich ein knackiger, abwechslungsreicher 30-Kilometer-Lauf mit schönen Eindrücken! Weiterlesen „Starnberger Seelauf“

29er über den Zwiesel

Heute stand mal wieder eine Langstrecke auf dem Programm. Von Tölz über Wackersberg und die Waldherrennalm auf den Zwiesel, dann am Stallauer Eck vorbei über Bad Heilbrunn und Reindlschmiede zurück nach Königsdorf. Weiterlesen „29er über den Zwiesel“